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Traumabearbeitung nach der Somatic Experiencing (=SE) Methode nach P.Levine
Die SE-Methode ist eine psycho-physiologische Arbeitsweise, die sich vor allem aus der Beobachtung von wilden Tieren und deren Verarbeitung von Stresssituationen entwickelt hat. Durch Stärkung des Organismus wird im prozessorientierten Arbeiten versucht, dem Menschen schrittweise seine gesunden Lebensenergien wieder verfügbar zu machen. Dabei wird mit Emotionen und den kognitiven Fähigkeiten gearbeitet. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Regulierung des Nervensystems, um ein Gespür für Sicherheit und Wohlbefinden wieder herzustellen oder erstmals zu schaffen. Mit SE wird das traumatische Ereignis körperlich und geistig "neuverhandelt". Die unvollständige Überlebens-Reaktion des Nervensystems kann damit zum Abschluss kommen. Somit könnnen sich auch die Symptome reduzieren oder ganz überwunden werden.
Das Ereignis selbst ist dabei nicht hauptentscheidend. Es geht vielmehr um die Reaktionsweise des Nervensystems, d.h. wie die physiologischen Regulationskräfte des Nervensystems mit der Bedrohung fertig geworden sind. Mit SE ist es möglich, ohne Inhalt oder Erinnerung zu arbeiten, wenn das Ereignis emotional zu belastend erscheint. Eine mögliche Re-Traumatisierung bei der Aufarbeitung wird vermieden, indem die „eingefrorene“ Energie in kleinen Dosen „aufgetaut“ wird und schrittweise zur Entladung gebracht wird. Gelingt es dem Menschen die biologischen Prozesse von Kampf, Verteidigungs-, Orientierungs- oder Fluchtreaktion schrittweise und langsam zu vervollständigen, kann er/sie ihre volle Lebensenergie zurückgewinnen, die zum Zeitpunkt der Überwältigung nicht zur Verfügung stand, bzw. eingefroren war. Die tief verankerten Nachwirkungen von Trauma können sich somit schonend auflösen.
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